Infrarot-Heizstrahler auslegen: Wattzahl und Anzahl nach Fläche

Dieser Ratgeber beantwortet eine Frage: Welche Wattzahl brauchst du für eine bestimmte Nutzungsfläche – und wie viele Heizstrahler sind dafür sinnvoll? Bei Heizstrahlern zählt fast immer nicht „der Raum“, sondern die Zone, in der Menschen tatsächlich sitzen oder stehen. Deshalb ist die wichtigste Eingabegröße die Nutzungsfläche in m².

Für eine Auslegung, die in der Praxis nicht zu knapp ist, wird im Außenbereich ein konservativer Mindestansatz verwendet: 200 W/m² Nutzungsfläche. Damit ist die geforderte Mindestleistung für typische Sitzbereiche zuverlässig abgedeckt, auch wenn Montagehöhe und Randbereiche nicht ideal sind.


So bestimmst du die Nutzungsfläche


Miss die Fläche, die warm werden soll, als Rechteck (Länge × Breite). Es geht nicht darum, die komplette Terrasse oder den ganzen Raum zu rechnen, sondern nur den Bereich, in dem sich Personen aufhalten.

Typische Beispiele:

  1. Sitzgruppe: z. B. 2,0 m × 3,0 m = 6 m²
  2. Tischzone: z. B. 2,5 m × 2,5 m = 6,25 m²
  3. Längliche Bank: z. B. 1,5 m × 4,0 m = 6 m²

Wenn die Zone nicht rechteckig ist, rechne sie grob in ein Rechteck um. Für die Auslegung ist eine grobe, nachvollziehbare Fläche besser als eine „perfekt“ gemessene, aber unpraktische Form.

Aus Gesamtleistung wird Geräteanzahl


Die Gesamtleistung beantwortet nur „wie viel“, nicht „wie gleichmäßig“. Für Komfort ist entscheidend, ob die Zone flächig getroffen wird oder nur ein Hotspot entsteht. Daher ist die Anzahl der Geräte Teil der Auslegung.

Praxisregeln:

  1. bis 6 m²: 1 Gerät ist möglich, wenn die Zone kompakt ist und der Strahler den Aufenthaltsbereich gut trifft
  2. 6–10 m²: häufig 2 Geräte sinnvoller, weil Randplätze sonst abfallen
  3. ab 10–12 m² oder längliche Zonen: meist 2–3 Geräte entlang der Fläche statt ein Gerät „mittig“

Wichtig: Wenn keine Dimmung vorhanden ist (häufig), ist mehrere Geräte die einfachste Form der Anpassung: Bei milder Witterung läuft ein Gerät, bei kühlerem Wetter beide.

Wattbedarf berechnen

Außenbereich als Zonenwärme: Mindestansatz 200 W/m²


Formel:

Gesamtleistung (W) = Nutzungsfläche (m²) × 200

Damit gilt automatisch:

  1. 6 m² ? 6 × 200 = 1200 W (Mindestleistung)

Warum dieser Ansatz? Heizstrahler werden draußen oft nicht unter Laborbedingungen genutzt. Schon leichte Zugluft, Randbereiche der Zone und Montagehöhe sorgen dafür, dass eine „knapp gerechnete“ Leistung häufig als zu schwach empfunden wird. Der Mindestansatz soll genau das vermeiden.


Innenbereich als Zonenwärme (optional)

Wenn du Heizstrahler innen nur punktuell nutzt (z. B. Arbeitsplatz), kann der Bedarf niedriger sein. Da du den Fokus auf eine praxissichere Auslegung legst, bleibt dieser Ratgeber aber bei der Zonenlogik mit dem Außen-Mindestansatz als Hauptlinie. (Für echte Raumheizung wäre eine m³-/Heizlast-Betrachtung nötig – das ist ein anderes Thema.)

Fläche ? Mindestleistung ? typische Aufteilung

Nutzungsfläche (m²)

4

5

6

7

8

9

10

12

15

Mindestleistung (W)

800

1000

1200

1400

1600

1800

2000

2400

3000

Typische Geräteanzahl

1

1

1-2

1-2

2

2

2

2-3

2-3

Typische Aufteilung

1× 800–1200 W

1× 1000–1200 W

1× 1200–1500 W oder 2× 600–800 W

1× 1400–1500 W oder 2× 700–800W

2× 800–1000 W

2× 900 W oder 2× 1000 W

2× 1000 W (besser als 1×2000 W)

2× 1200 W oder 3× 800 W

2× 1500 W oder 3× 1000 W

Diese Aufteilungen sind bewusst als „typisch“ formuliert, weil die reale Wirkung zusätzlich von Montagehöhe und Ausrichtung abhängt. Für die Kaufentscheidung hilft die Tabelle trotzdem sehr zuverlässig: Fläche ? Mindest-Watt ? sinnvolle Verteilung.

Beispielauslegung: 6 m² Sitzgruppe


Nutzungsfläche: 6 m²

Mindestleistung: 6 × 200 = 1200 W

Variante A (ein Gerät): 1× 1200–1500 W

Passt, wenn die Zone kompakt ist und der Strahler so montiert ist, dass die Sitzplätze im Hauptbereich liegen.

Variante B (gleichmäßiger, ohne Dimmung): 2× 600–800 W

Oft die bessere Lösung, wenn zwei Sitzseiten gleichmäßig warm werden sollen oder die Zone eher „breit“ genutzt wird. Zusätzlich kannst du bei mildem Wetter nur einen Strahler schalten.

Strahlerarten: nur als Auslegungsfaktor


Die Strahlerart ersetzt keine Auslegung. Sie beeinflusst vor allem, ob du mit der Mindestleistung „sicher“ zurechtkommst oder eher auf Verteilung setzen solltest:

  1. Kurzwellig (direkter): Draußen häufig wirkungsstärker bei leichter Zugluft – Ausrichtung ist dabei entscheidend.
  2. „Dark“/mittelwellig: In geschützten Bereichen gut, in offener Lage eher mehr Geräte/Verteilung statt „ein Gerät an einem Punkt“.
  3. Langwellig/flächig: Für offene Außenbereiche in der Regel nicht die erste Wahl.

Für die Planung heißt das: Die Mindestleistung bleibt gleich, aber bei weniger direkter Strahlung und bei Zugluft ist Aufteilung auf zwei Geräte oft die robustere Entscheidung.

FAQ zur Auslegung


Wie viel Watt brauche ich pro m²?

Für eine praxissichere Auslegung als Zonenwärme im Außenbereich gilt hier: mindestens 200 W/m² Nutzungsfläche.


Warum rechnest du nach Nutzungsfläche und nicht nach Terrassen-/Raumfläche?

Weil Heizstrahler eine Zone wärmen sollen (Sitzplätze/Arbeitsplatz). Die Gesamtfläche führt fast immer zu falschen Ergebnissen: entweder unnötig groß oder am Bedarf vorbei.


Reichen 1200 W für 6 m²?

Ja, das ist hier die Mindestleistung. Wenn Randplätze kalt bleiben, ist der nächste Schritt meist zweites Gerät (2×600–800 W) statt nur „stärkeres Einzelgerät“.


2000 W – für wie viel Fläche?

Nach dem Mindestansatz: 2000 W ˜ 10 m² Nutzungsfläche. Für gleichmäßigen Komfort sind häufig zwei Heizpunkte sinnvoll.


Was ist besser: 1×2000 W oder 2×1000 W?

Für gleichmäßige Wärme ist 2×1000 W in den meisten Fällen besser, weil du die Fläche sauberer abdeckst und ohne Dimmung flexibler bist (einzeln/bis zusammen schalten).


Wie viele Geräte brauche ich für 8 m²?

Mindestleistung: 8×200 = 1600 W. Typisch sind 2 Geräte (z. B. 2×800–1000 W), weil das gleichmäßiger wird.


Wie plane ich eine lange Tischreihe?

Nicht „ein Gerät mittig“, sondern mehrere Heizpunkte entlang der Länge. Leistung bleibt Fläche×200, aber die Verteilung entscheidet über die Nutzbarkeit der Randplätze.


Wenn es keine Dimmung gibt: wie passe ich die Wärme an?

Über mehrere Geräte oder getrennte Schaltungen. Dann kannst du je nach Bedarf ein Gerät oder beide aktivieren, ohne auf eine Dimmfunktion angewiesen zu sein.


Kann ich die Mindestleistung auch unterschreiten, wenn es sehr windgeschützt ist?

In sehr geschützten Situationen kann weniger funktionieren. Der Mindestansatz ist bewusst konservativ, um typische Praxisfälle abzudecken. Wenn du knapp planst, steigt das Risiko, dass es später „zu schwach“ wirkt.